Glass Ceiling

4 Min. Lesezeit

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Überblick

Frauen und Männer haben im Beruf nicht immer die gleichen Chancen. Viele Frauen haben eine gute Ausbildung und viel Erfahrung. Trotzdem bekommen Männer häufiger wichtige und gut bezahlte Stellen. Ein Grund dafür ist die sogenannte Glass Ceiling. Das ist ein englischer Begriff und bedeutet auf Deutsch „gläserne Decke“. Die Glass Ceiling ist eine unsichtbare Grenze im Berufsleben. 


Ein Beispiel: 

Stell dir vor, du arbeitest seit vielen Jahren in einer Firma. Du machst deine Arbeit gut und möchtest eine höhere Position bekommen. Du möchtest zum Beispiel ein Team leiten und mehr Geld verdienen. Aber du bekommst diese Stelle nicht. Stattdessen bekommt ein Mann die Stelle, obwohl er vielleicht genauso viel Erfahrung hat wie du. Das kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht glaubt dein Chef, dass Männer besser führen können. Oder er denkt, dass du wegen deiner Familie weniger Zeit für die Arbeit hast. Es ist, als wäre über dir eine unsichtbare Decke. Du kannst sehen, welche beruflichen Möglichkeiten es gibt. Aber es ist schwierig, diese zu erreichen. 

Diese unsichtbare Grenze nennt man Glass Ceiling. 

Wie ist die Situation in Österreich? 

Auch in Österreich arbeiten viel weniger Frauen als Männer in hohen Führungspositionen. 

Eine Führungsposition bedeutet zum Beispiel, dass jemand eine Firma oder ein Team leitet und wichtige Entscheidungen trifft. 

Die Arbeiterkammer hat im Jahr 2026 die 200 größten Unternehmen in Österreich untersucht. 


Die Ergebnisse zeigen: 

  • Nur 14,5 Prozent der Geschäftsführungspositionen waren mit Frauen besetzt. 

  • 85,5 Prozent dieser Positionen waren mit Männern besetzt. 

  • In 130 von 200 Unternehmen gab es keine einzige Frau in der Geschäftsführung. 

Das bedeutet: In vielen großen Unternehmen entscheiden vor allem Männer.

Warum gibt es die Glass Ceiling und welche Folgen hat es?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Frauen seltener hohe Positionen erreichen. 


1. Vorurteile über Frauen und Männer 

Manche Menschen glauben, dass Männer besser führen können als Frauen. Sie denken zum Beispiel, dass Männer besser Entscheidungen treffen oder mehr Verantwortung übernehmen können. Frauen werden dagegen häufiger mit Familie, Haushalt und Kinderbetreuung verbunden. Diese Vorstellungen können dazu führen, dass Männer bei einer Beförderung bevorzugt werden. Eine Beförderung bedeutet, dass eine Person eine höhere Position im Beruf bekommt. 


2. Familie und Kinderbetreuung 

Frauen übernehmen oft mehr Aufgaben in der Familie als Männer. Sie kümmern sich zum Beispiel häufiger um die Kinder, den Haushalt oder um Familienmitglieder, die Hilfe brauchen. Diese Arbeit wird meistens nicht bezahlt. Man nennt sie deshalb unbezahlte Arbeit. Die Statistik Austria zeigt, dass Frauen in Österreich täglich mehr Zeit mit unbezahlter Arbeit verbringen als Männer. Deshalb arbeiten Frauen auch häufiger Teilzeit. Das bedeutet, dass sie weniger Stunden in der Woche arbeiten. Viele hohe Positionen werden aber nur als Vollzeitstelle angeboten. Dadurch ist es für Frauen mit Kindern oder anderen Familienaufgaben oft schwieriger, eine Führungsposition zu bekommen. 


3. Persönliche Kontakte 

Persönliche Kontakte können im Berufsleben sehr wichtig sein. Manchmal bekommen Menschen eine neue Stelle, weil sie jemanden kennen, der ihnen dabei hilft. Viele Führungspositionen sind bereits mit Männern besetzt. Deshalb bestehen manche beruflichen Netzwerke hauptsächlich aus Männern. Für Frauen kann es dadurch schwieriger sein, wichtige Kontakte zu bekommen. 


4. Diskriminierung 

Manche Frauen werden bei der Arbeit schlechter behandelt, weil sie Frauen sind. Das nennt man Diskriminierung. Zum Beispiel kann eine Frau bei einer Beförderung übergangen werden, obwohl sie genauso gut geeignet ist wie ein Mann. Für Frauen mit Migrationsgeschichte können weitere Schwierigkeiten dazukommen. Sie können zum Beispiel wegen ihrer Herkunft, ihres Namens, ihrer Sprache oder ihrer Religion benachteiligt werden. So haben manche Frauen gleich mehrere Hindernisse im Berufsleben. 


Welche Folgen hat die Glass Ceiling? 

Die Glass Ceiling hat nicht nur Auswirkungen auf die beruflichen Möglichkeiten von Frauen. Sie hat auch Folgen für ihr Geld. Menschen in hohen Führungspositionen verdienen meistens mehr als andere Beschäftigte. Wenn Frauen diese Positionen seltener bekommen, haben sie oft auch weniger Möglichkeiten, mehr Geld zu verdienen. 

Das kann verschiedene Folgen haben: 

  • Frauen verdienen weniger Geld. 

  • Sie können weniger Geld sparen. 

  • Sie haben weniger Geld für ihre Zukunft. 

  • Sie bekommen später möglicherweise eine niedrigere Pension. 

  • Sie sind finanziell weniger unabhängig. 


Die Glass Ceiling hängt deshalb auch mit dem Gender Pay Gap zusammen. Der Gender Pay Gap beschreibt, dass Frauen im Durchschnitt pro Stunde weniger verdienen als Männer. Ein Grund dafür ist, dass Männer häufiger in gut bezahlten Führungspositionen arbeiten.

Was kann man gegen die Glass Ceiling tun? 

Frauen und Männer sollen im Beruf die gleichen Chancen haben. Dafür müssen Unternehmen und die Gesellschaft etwas verändern. 


Zum Beispiel: 

  • Gleiche Chancen: Frauen und Männer sollen die gleichen Möglichkeiten auf eine Beförderung haben. 

  • Faire Entscheidungen: Bei der Auswahl für eine Stelle sollen Ausbildung, Erfahrung und Fähigkeiten wichtig sein. 

  • Familie und Beruf: Eltern sollen die Möglichkeit haben, Familie und Beruf gut zu verbinden. 

  • Mehr Kinderbetreuung: Gute Kinderbetreuung kann Frauen und Männern helfen, berufstätig zu sein. 

  • Mehr Frauen in Führungspositionen: Unternehmen sollen Frauen stärker unterstützen und ihnen mehr Möglichkeiten geben. 

  • Weniger Diskriminierung: Niemand soll wegen des Geschlechts oder der Herkunft schlechter behandelt werden. 


Warum ist das Thema wichtig? 

Die Glass Ceiling zeigt, dass Frauen und Männer im Beruf noch immer nicht überall die gleichen Chancen haben. Auch Frauen mit einer guten Ausbildung und viel Erfahrung können Schwierigkeiten haben, eine höhere Position zu erreichen. Dabei geht es nicht nur um den beruflichen Erfolg. Es geht auch darum, wie viel Geld Frauen verdienen, wie sicher ihre Zukunft ist und wie unabhängig sie leben können. 

Deshalb ist es wichtig, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen bekommen. Nicht nur beim Gehalt, sondern auch beim beruflichen Aufstieg. 

weitere Infos & Links

Arbeiterkammer Österreich (2026): Frauen-Management-Report 2026 

https://www.arbeiterkammer.at/frauen-management-report 


Statistik Austria (2023): Zeitverwendung 2021/22 

https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/zeitverwendung 


OECD (2025): Gender Equality in a Changing World – Women Still Lag Behind Men in Reaching Leadership Roles 

https://www.oecd.org/en/publications/gender-equality-in-a-changing-world_e808086f-en.html 


Eurostat (2026): Women Held 35% of Managerial Positions in 2024 

https://ec.europa.eu/eurostat/en/web/products-eurostat-news/w/edn-20260302-2 


European Institute for Gender Equality (2025): Gender Equality Index 2025 

https://eige.europa.eu/gender-equality-index 

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